Richtig oder falsch im Einstellungstest üben

Erst die Regeln, nach denen solche Aufgaben aufgebaut sind, dann Beispielaufgaben mit Lösungsweg.

37 Aufgaben5 davon gratis
THEORIE

Du prüfst, ob eine Aussage zwingend aus gegebenen Sätzen folgt. Alltagswissen und Plausibilität zählen dabei nicht.

Kurz & knapp

Zwingend ist nur, was in jedem denkbaren Fall aus den Sätzen folgt.

Auch unsinnige Prämissen gelten in der Aufgabe als wahr.

Richtig folgt zwingend, falsch widerspricht dem Text, unbestimmt lässt er offen.

Passt keine Antwort sicher, ist „keine Schlussfolgerung ist zwingend“ richtig.

Merke

Findest du einen Fall, in dem alle Sätze stimmen, die Aussage aber nicht, ist sie nicht zwingend.

So gehst du vor

1

Ersetze die Inhalte durch Buchstaben: alle A sind B, wenn P dann Q, A > B.

2

Verbinde die Sätze über ihren gemeinsamen Begriff.

3

Prüfe jede Antwort: Folgt sie zwingend, widerspricht sie oder bleibt sie offen?

4

Achte auf umgedrehte Sätze und auf „einige“, das zu „alle“ wird.

5

Probe: Suche ein Gegenbeispiel. Klappt das, ist der Schluss nicht zwingend.

Alle, einige, kein verknüpfen

Verknüpfe zwei Mengenaussagen über ihren gemeinsamen Begriff und nimm nur, was in jedem möglichen Fall gilt.

Alle A sind B, alle B sind C: Alle A sind C.

Einige (oder manche) A sind B, alle B sind C: Einige A sind C, nicht alle.

Alle A sind B, kein C ist B: Kein A ist C.

Alle A sind B, alle A sind C: Einige B sind C, denn die A sind beides.

Beispiel

Alle Bäcker im Ort stehen früh auf. Einige Bäcker im Ort singen im Chor.

Die Bäcker, die im Chor singen, stehen früh auf.

Einige Chorsänger stehen früh auf.

Häufiger Fehler

Den Umkehrschluss ziehen. Aus „Alle A sind B“ folgt nie „Alle B sind A“.

Wenn-dann und genau dann, wenn

Aus einem Konditional „Wenn P, dann Q“ schließt du nur vorwärts mit P oder rückwärts mit nicht Q.

P ist hinreichend für Q, Q ist notwendig für P.

Rückwärts gelesen heißt die Regel „Wenn nicht Q, dann nicht P“ (Kontraposition).

Ketten gehst du Glied für Glied durch. Bei „Wenn P und R“ müssen beide gelten.

Eine Äquivalenz oder ein Bikonditional („genau dann, wenn“) gilt in beide Richtungen.

Beispiel

Wenn die Mensa geöffnet ist, hängt die Fahne draußen. Die Fahne hängt nicht draußen.

Q gilt nicht, also gilt P nicht (Modus tollens).

Die Mensa ist nicht geöffnet.

Häufiger Fehler

Aus Q auf P schließen (Bejahung des Konsequens) oder aus nicht P auf nicht Q (Verneinung des Antezedens).

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